Die sieben Stufen » Wenn man Langeweile hat

Es war im Juli des Sommer 2009. Ich war an einem Wochenende zuhause, es war sehr heiß, zu heiß um draußen etwas zu unternehmen und mir fiel die Decke auf den Kopf.
Ich lief nachmittags in der Wohnung hin und her und hatte wirklich überhaupt keine Vorstellung, was ich denn bei diesem heißen Wetter tun sollte, denn irgendetwas wollte ich tun. Das Lichtkrone-Zentrum war geschlossen, weil sonntags.

Nach geraumer Zeit, in der ich auch immer grantiger wurde, fragte ich die “geistige Welt”, also mich selbst: (F – Frage / A – Antwort)
F: Mir ist langweilig! Gibt es irgendetwas, was ich tun könnte?
A: Keine Antwort!
F: Hallo? Ist da jemand? Gibt es irgendetwas, was ich jetzt tun könnte?
A: Keine Antwort!
F: Hallo! Gibt es was?
A: Schreib ein Buch!
F: Wie?
A: Schreib ein Buch!
F: Was heißt das – schreib ein Buch? Ich habe schon einige Bücher geschrieben, aber verkauft haben die sich auch nicht sonderlich gut!
A: Trotzdem! Schreib ein Buch!
F: Witzbolde! Was für ein Buch soll ich denn schreiben?
A: Einen Roman!
F: Einen Roman? Habe ich noch nie!
A: Du wolltest doch immer schon mal einen Roman schreiben!
F: Wollte ich?

Da fiel mir ein, das ich als Jugendlicher einmal durch die Bücher von Enid Blyton (5 Freunde) so gefesselt war, dass ich selbst versuchte, eine Geschichte zu schreiben…

F: Und wie fange ich den an?
A: Keine Antwort!
F: Hallo – wie fange ich einen Roman an? Ich habe ja überhaupt kein Thema, keine Figuren, keinen Anfang, einfach garnichts!
A: Keine Antwort!
F: Hallo! Was soll das? Wie fange ich den Roman an?
A: Setzt dich hin und schreib!
F: ??? Wie jetzt?
A: Setz dich hin und schreib!
F: Witzbolde! Habt ihr mal eine Idee für mich?
A: keine Antwort!
F: Hallo? Eine Idee?
A: keine Antwort!
F: Jetzt werde ich aber sauer. Was soll das mit dem Roman? Ohne jeden Anfang, Titel, Handlung oder irgendwas?
A: SETZT DICH HIN UND SCHREIB!!!

Mir fiel nichts mehr ein. Wie sollte ich bloß einen Roman anfangen ohne irgend eine Idee dazu? Schließlich ging ich zum Schreibtisch, klappt den Laptop auf, startete das Schreibprogramm und saß erst einmal auf dem Stuhl und starrte den Bildschirm an…

F: Und jetzt? Womit soll ich anfangen?
A: keine Antwort!
F: Hallo, was soll das? Womit soll ich den Roman anfangen? Ich habe überhaupt nichts, keine Idee, keine Handlung, kein Titel…
A: keine Antwort!
F: Jetzt reichts mir aber. Verdammt noch mal, ich will jetzt wissen, womit ich anfangen soll! Also?
A: Fang mit den dritten Kapitel an!
F: ???
A: Fang mit dem dritten Kapitel an!
F: Wie fängt man denn mit dem dritten Kapitel an, wenn man nicht mal einen Anfang hat?
A: keine Antwort!
F: Hallo?
A: Fang mit dem dritten Kapitel an!
F: Wie soll das denn gehen?
A: keine Antwort!

Und auch danach kam keine Antwort mehr. Also saß ich vor dem Laptop, starrte auf den Bildschirm und wusste rein gar nichts. Nach etlicher Zeit, in der auch keine Antwort auf irgendetwas mehr kam, wurde ich so richtig sauer und schrieb einfach in das Textprogramm – 3.)

Danach konnte ich mich kaum halten. Der Text kam so schnell in meinen Kopf, dass ich Schwierigkeiten hatte, zu folgen. Ich schrieb und schrieb und schrieb…
Das war der Beginn des Romans. Einige Tage später, ich hatte so um die 60 Seiten geschrieben und mich schon gewundert, wie ich die doch sehr unterschiedlichen Handlungsstränge zusammenbekommen sollte, fragte ich mal wieder nach:
F: Und? Wie viele Seiten wird der Roman denn wohl haben?

Die Antwort kam prompt:
A: 480!

Ich konnte nicht jeden Tag schreiben und hatte über das Winterhalbjahr eine lange Pause. Wie sich herausstellte, musste ich die Energien, die mit in den Roman einflossen, erst verarbeiten. Im Sommer 2011 war der Roman fertiggestellt. Es wurden genau 480 Seiten! (mit der damaligen Formatierung)

Ich wünsche ihnen viel Freude mit dem Roman, der schon allein durch seine Anwesenheit eine Verbesserung ihrer alltäglichen Situation bringen kann! Und das ist so gemeint!
Aus den Rückmeldungen wurde vielfach berichtet, dass die Menschen, die diesen Roman gekauft haben (gedrucktes Buch) allein schon deshalb besser schlafen können, weil der Roman an ihrem Nachttisch liegt!


Die sieben Stufen * Thomas Bock
Taschenbuch: 488 Seiten
ISBN: 978-3-7407-6249-0 (Hardcover)
ISBN: 978-3-7407-4532-5 (Taschenbuch)
Hardcover (gebunden/Schutzumschlag): 31,90 €
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